Leute kennenlernen – nur wie?

    Mittel
    Deutsch perfekt 8/2019
    Gruppe von Freunden
    Von Guillaume Horst

    unterhier: beiUnter Sprachlehrern gibt es eine alte die Weisheit, -enhier: ≈ RatschlagWeisheit, die viele von ihnen auch gern ihren Schülern weitergeben: Es gibt keinen besseren und schnelleren Weg, eine neue Sprache zu lernen, als einen Partner zu finden, der sie als Muttersprache spricht. Diesen Tipp zu befolgen≈ sich orientieren anbefolgen ist aber nur selten möglich. Denn wer sich aussuchen 
,wählensucht sich schonhier: ≈ denn wirklichschon seinen Partner nur deshalb sich aussuchenwählenaus, weil er eine bestimmte(-r/-s)hier: ≈ genau gewählte (-r/-s)bestimmte Sprache spricht? Zum Glück gibt es aber eine einfachere Methode, die auch sehr gut funktioniert: Freunde im neuen Land finden.

    Hugh Pryce kam vor fast zwei Jahren nach Deutschland. Sein Plan war, schnell deutsche Freunde zu finden, um die Sprache besser zu lernen. „Aber am Anfang war es einfacher mit anderen Ausländern. Auch mit Kollegen habe ich zuerst Englisch gesprochen, auch wenn sie Deutsche waren“, erzählt der Brite. Es dauerte circa ein Jahr, bis Pryce wirklich gute deutsche Freunde hatte, mit denen er auch Deutsch sprechen konnte.

    Werden Sie Vereinsmitglied

    Gefunden hat er seine Freunde über verschiedene Wege: Ein paar lernte er in der Arbeit kennen. „Wenn man in einer neuen Umgebung ist, ist es auch eine gute Idee, mit seinen Nachbarn zu sprechen“, empfiehlt er. Weil der Brite Sportfan ist, wurde er außerdem Mitglied in mehreren Sportvereinen. „Ich bin in einen Tennis- und einen Skiklub eintretenhier: Mitglied werdeneingetreten. Im Skiklub waren viele andere Ausländer, aber der Tennisklub war richtighier: wirklich; sehrrichtig deutsch.“ Außerdem hat Pryce ein paar Mal mit einem rudernein Boot durchs Wasser bewegenRuderverein trainiert – auch dort waren alle seine Teamkollegen Deutsche. „Wenn man Sportfan ist, sollte man auf jeden Fall einem richtighier: typisch; authentischrichtigen deutschen Verein beitretenhier: Mitglied werdenbeitreten“, empfiehlt er. In einem Klub ist es normalerweise nämlich nur wichtig, dass man die Sportart gut beherrschenhier: gut könnenbeherrscht. Auch wenn man noch nicht so gut Deutsch spricht, wird man dann von den Teamkollegen schnell akzeptiert.

    Auch wenn man Sport nicht so gern mag: Deutschland ist das Land der Vereine, für fast jede Aktivität gibt es einen speziellen Klub. Sie kochen gern, lesen gern Bücher, interessieren sich für Geschichte oder mögen das Gesellschaftsspiel, -eSpiel, das Kinder/Erwachsene zusammen spielenGesellschaftsspiele? Suchen Sie in Ihrer Stadt nach einem Verein zu Ihren Themen. Sie werden einen finden.

    Für Pryce waren Sportvereine eine Hilfe bei der Suche nach neuen Freunden. Heute hat er „zwei oder drei“ gute deutsche Freunde, mit denen er sich regelmäßigimmer wieder; z. B. einmal pro Wocheregelmäßig trifft. Aber leicht war es trotzdem nicht, diese Freundschaft schließeneine Freundschaft beginnen; Freunde werdenFreundschaften zu schließen. Das findet Pryce aber normal – und zwarhier: nämlichund zwar nicht nur wegen der Sprache: „Früher habe ich in London gelebt, und es wäre für einen Deutschen sehr schwierig gewesen, in unseren der Freundeskreis, -eGruppe, in der alle Freunde sindFreundeskreis zu kommen. Das ist nicht etwas speziell Deutsches. Es ist einfachhier: ≈ Das ist so. Man kann es nicht ändern.einfach immer kompliziert, wenn man neu in ein Land kommt“, erzählt Pryce.

    generellhier: ≈ normalerweise; eigentlichGenerell hat der Brite mit Deutschen viele gute Erfahrungen gemacht. Er findet, dass viele gern bereit seingerne tun; gerne wollengern bereit sind, Ausländern mit ihrem Deutsch zu helfen: „Als ich gesagt habe, dass ich Deutsch sprechen möchte, haben so viele Leute positiv reagiert und mir gesagt, dass sie mir gerne helfen und mit mir Deutsch reden. Das hat mich total beeindruckenpositiv auf jemanden wirkenbeeindruckt.“

    Laden Sie zu sich nach Hause ein

    Keine Angst davor haben, mit Deutschen zu reden – genau das empfiehlt auch Desiree Fabunan. Die Amerikanerin ist vor eineinhalb Jahren nach Deutschland gezogen und hat heute circa zehn deutsche Freunde. „Mein Rat ist, einfach in Bars oder an andere öffentliche Orte zu gehen und Menschen ansprechensprechen zu; hier auch: sich vorstellenanzusprechen. Die meisten Leute in Deutschland sind sehr offenhier: ≈ interessiert an anderen Menschenoffen und reden gern“, sagt sie. „erst …hier: vor kurzer Zeit, nämlich …Erst letzte Woche habe ich jemanden beim Grillen kennengelernt, und heute Abend gehe ich mit ihm aus.“

    Auch über ihre Arbeit oder über Freunde von Freunden hat Fabunan Freundschaften geschlossen. „Man sollte versuchen, sich zu anderen Leuten nach Hause einladen zu lassen oder sie zu sich einzuladen“, empfiehlt sie außerdem. Sie hat nämlich gemerkt, dass man Menschen so besser kennenlernt. Zu Hause sind die meisten Leute nämlich offener und weniger zurückhaltendhier: vorsichtig; nicht direktzurückhaltend. „Dann interessieren sie sich mehr für dich. Und es ist wahrscheinlicher, dass sie dich später wieder einladen.“

    Mit ihren deutschen Freunden spricht Fabunan zwar oft noch Englisch, weil sie ihr Deutsch noch nicht gut genug findet. Aber solangehier: wennsolange sie über unkomplizierte Themen diskutieren, versucht die Amerikanerin, möglichst vielso viel wie möglichmöglichst viel Deutsch zu reden. auf Dauerhier: nach längerer Zeit; in ZukunftAuf Dauer möchte sie, wenn möglich, nur noch Deutsch sprechen. Denn die Sprache, die man unter Freunden im Alltag spricht, ist natürlich eine ganz andere als die, die man im Deutschkurs lernt. Und es gibt keinen besseren Weg, deutsche die Umgangssprache, -ngesprochene Sprache im AlltagUmgangssprache zu lernen, als sie jeden Tag von deutschen Freunden zu hören – und sie dann selbst zu benutzen.

    Finden Sie Menschen mit den gleichen Interessen

    Neben Vereinen, Arbeit und Bars gibt es natürlich noch viele andere Orte, an denen man Leute kennenlernen kann. Sie mögen das Theater? Gehen Sie zu das Theaterstück, -e≈ Text, der am Theater gespielt wirdTheaterstücken und sprechen Sie dort mit anderen Besuchern über die die Aufführung, -enZeigen eines Theaters oder Balletts vor PublikumAufführung. Sie interessieren sich für ein wissenschaftlichvon: Wissenschaft = viel systematisches Wissen in einem Sektor (z. B. Chemie)wissenschaftliches Thema? Besuchen Sie dochhier: ≈ einfach; wirklichdoch einen Universitätskurs darüber, und versuchen Sie, dort mit anderen ins Gespräch kommenein Gespräch beginnenins Gespräch zu kommen. Zu vielen verschiedenen Themen gibt es auch an der Volkshochschule Kurse. Auch das ist ein guter Ort, um neue Menschen kennenzulernen. Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie zu Aktivitäten gehen, die von der Schule oder dem Kindergarten organisiert sind. Mit anderen Eltern Kontakt knüpfen mitkennenlernenKontakt zu knüpfen, ist nämlich oft gar nicht so schwierig. Wer religiös ist, kann in der die Kirchengemeinde, -nhier: Gruppe von religiösen Menschen, die alle in dieselbe Kirche gehenKirchengemeinde aktiv werden, und wer gern Musik macht, für den ist ein Orchester, ein der Chor, ChöreGruppe, die singtChor oder eine Band eine große Chance.

    nutzen≈ benutzenNutzen Sie also auf jeden Fall Ihre Interessen, um neue Freunde zu finden. Denn eines ist sicher: In Deutschland kann man fast immer jemanden finden, der sich für das Gleiche interessiert. Trotzdem sollte man nicht erwarten, dass man von heute auf morgenugs.: schnellvon heute auf morgen neue gute Freunde finden wird. „Es dauert ein bisschen, bis man wirklich gute Freunde hat. Man muss Geduld haben≈ warten könnenGeduld haben“, warnenhier: vorher sagen, dass etwas schwierig istwarnt Pryce.

    Nutzen Sie das Internet

    Eine große Hilfe, wenn man neu in ein Land kommt, kann das Internet sein. Facebook-Gruppen, öffentliche Events oder Apps wie Spontacts oder Meetup sind sehr praktische Tools, um Leute kennenzulernen. Aber auch andere Kontexte können ein guter Anfang sein. Alessandro Ferrari hat zum Beispiel über die die Mitfahrgelegenheit, -enMöglichkeit, in einem Privatauto mitzufahrenMitfahrgelegenheit-App BlaBlaCar Freundschaften geschlossen. Der Italiener, der seit mehr als zwei Jahren in München wohnt, hat mit dieser App entweder Menschen mit seinem Auto zu einem Ort mitgenommen oder ist im Auto von jemand anderem mitgefahren. „Wenn ich sich gut verstehen mithier: guten Kontakt haben mitmich mit einem meiner Mitfahrer besonders sich gut verstehen mithier: guten Kontakt haben mitgut verstehe, dann habe ich danach weiter Kontakt zu ihm“, sagt er.

    Auch über Couchsurfing-Events oder Facebook-Gruppen hat Ferrari Kontakte geknüpft. Online-Gruppen gibt es in jeder größeren Stadt. Dort wird man allerdings≈ aberallerdings wenige deutsche Freunde finden. Ferraris Freundin, die auch Italienerin ist, hat über das Internet eine deutsche die Tandempartnerin, -nenPerson, deren Muttersprache man lernen möchte. Man trifft sich z.B. einmal pro Woche.Tandempartnerin gefunden. Die möchte Italienisch lernen. Zwar gibt es zwischen den beiden einen großen Altersunterschied. Trotzdem sind sie gute Freundinnen geworden: „Sie treffen sich oft, um einen Kaffee zusammen zu trinken“, erzählt Ferrari.

    hören auf 
,≈ sich orientieren anAuf die Weisheit der Sprachlehrer, einen Partner zu finden, der die Sprache des neuen Landes als Muttersprache spricht, hat Pryce übrigens hören auf 
,≈ sich orientieren angehört: Seine Freundin kommt aus Österreich.

    Trotzdem hat sie ihm beim erlernensehr gut lernenErlernen der deutschen Sprache nur ein bisschen geholfen: „Sie ist auch ein paar Jahre in den USA aufgewachsen und spricht super Englisch. Deshalb ist es schwer, Englisch zu vermeidenhier: nicht benutzenvermeiden. Aber wir versuchen, viel auf Deutsch zu reden“, sagt Pryce und lacht. Die deutsche Sprache hat er also auf einem klassischhier: konventionellklassischeren Weg gelernt: mit Deutschkursen und deutschen Freunden. Das hat für ihn auch sehr gut funktioniert.

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