Kleines grünes Männchen

    Leicht
    Ost-Ampelmännchen
    Von Claudia May

    In anderen Ländern gibt es bis heute das Klischee: Deutsche warten auch um drei Uhr morgens in einer komplett leeren Straße an einer roten Ampel. Auch dann, wenn sie zu Fuß gehen. Das Klischee stimmt: Deutsche der Fußgänger -Person: Sie geht zu Fuß.Fußgänger und Autofahrer sich halten anhier: sich orientieren anhalten sich an Ampeln – von den Alpen bis zur Nordsee und von Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen. Dort im Osten hat man sowieso eine sehr spezielle (und emotionale!) die Beziehung, -enhier: ≈ RelationBeziehung zu ihnen.

    Denn im der Medizinische Dienst des Verkehrswesens der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ≈ Institution in der DDR: Sie kümmerte sich um die Gesundheit von Arbeitern im Verkehrswesen. (Verkehrswesen: ≈ viele Institutionen und Firmen zusammen: Sie alle arbeiten im Verkehr, z. B. für Bahn, Straßenverkehr …)Medizinischen Dienst des Verkehrswesens der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) hat mehr als 30 Jahre lang ein Verkehrspsychologe mit dem Namen Karl Peglau gearbeitet. Am 13. Oktober 1961 hat er in Ostberlin seine Vorschläge für neue Ampelsymbole vorgestellt. Eines davon war ein sehr spezifisches Piktogramm für Fußgänger: das Ost-Ampelmännchen. Es ist ein bisschen dick, hat eine lustige Nase und trägt einen der Hut, HüteKleidungsstück: Es ist stabil, und man trägt es auf dem Kopf.Hut. Die meisten assoziieren sofort das Wort niedlichsüß; nettniedlichmit dem kleinen Mann. Peglau weiß als Psychologe genau, warum er dieses Design gewählt hat: Wir vertrauenhier: sicher sein, dass jemand ein guter Mensch ist und nicht lügtvertrauen Menschen schneller, die uns sympathisch sind.
     

    Nach Protesten durfte das Ost-Ampelmännchen auch nach dem Ende der DDR bleiben


    Außerdem bekommt das Signal durch den Hut und den etwashier: ein bisschenetwas dickeren Körper mehr die Fläche, -nhier: PlatzFläche. Es ist also besser zu sehen. Und das Design ist dynamisch: Das rote Ost-Ampelmännchen hat seine Arme oben. So zeigt es klar: Stopp, nicht weitergehen! Und das grüne Ost-Ampelmännchen geht mit ziemlich viel der Schwunghier: ≈ DynamikSchwung über die Straße. Auch Experten sagen: Peglaus Design ist sehr effektiv.

    Trotzdem: Nach dem Ende der DDR sollte es weg. Die Politik war der Meinung, dass sein statischer Kollege aus dem Westen den Job in ganz Deutschland machen soll. Das aber war für viele Ostdeutsche ein Affront. Sie wollten ihr niedliches Ampelmännchen behalten. Karl Peglau und ein „Komitee zur die Rettung, -envon: retten = hier: helfen, dass es etwas noch länger gibtRettung der Ampelmännchen“ haben protestiert. Mit der Erfolg, -epositives ResultatErfolg: Das Ost-Ampelmännchen durfte bleiben. Es hat dann auch offiziell seinen Platz in den die Richtlinie, -nNorm: Daran muss man sich orientieren.Richtlinien für die (Licht-)Signalanlage, -nAmpelanlageSignalanlagen (Rilsa) bekommen. Und nicht nur dort: Das Ost-Ampelmännchen ist bei Deutschen aus Ost und West und auch bei vielen ausländischen Touristen Kult. Besucher fotografieren die Ampelmännchen gern. Und als Souvenir reisen die Männchen auf Postkarten, T-Shirts oder Tassen um die ganze Welt.

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    Dieser Text ist aus der Zeitschrift Deutsch perfekt 8/2019. Das komplette Heft können Sie in unserem Shop kaufen. Natürlich gibt es die Zeitschrift auch bequem und günstig im Abo.

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