„Ich wusste: Ich bin endlich angekommen!”

    Mittel
    Deutsch perfekt 3/2026
    Reyad Danah
    © Rene Rogowski
    Von Anna-Lena Jaensch aufgeschrieben

    Ich komme aus Damaskus und lebe heute in Wuppertal in Nordrhein-Westfalen – dazwischen liegt aber eine lange Reise. Als in Syrien im Jahr 2011 der der Bürgerkrieg, -eKrieg zwischen mehreren Gruppen in einer Gesellschaft, z. B. Separatisten und der RegierungBürgerkrieg begann, wurde mir klar: In diesem Land gibt es keine Zukunft für mich. 

    Ich fliehenhier: (im Geheimen) weggehen, um in einem sicheren Land zu leben mịt der Zeitfloh in den Libanon. Dort verdiente ich mein Geld als Barista und Fooddesigner. Doch mịt der Zeit≈ nach etwas Zeit; bald dermit der Zeit wurde es auch dort unsicher. Ich flog nach Brasilien, fand dort aber keine Arbeit. 

    Also reiste ich weiter nach Algerien, Tunesien, Libyen. Ich wollte nach Deutschland. Ein Bekannter hatte dort in den 80er-Jahren gearbeitet und mir viel von der deutschen Mentalität und dem guten Leben dort erzählt. 

    Ich kontaktierte einen der Schmụggler, -Person, die Menschen oder Dinge im Geheimen an einen anderen Ort bringtSchmuggler, der Boote für die die Flụcht, -envon: fliehenFlucht nach Europa organisierte. Um fünf Uhr morgens begann die Reise. ụm mịch herụm≈ links und rechts um michUm mich herum schrien die Babys, Frauen weinten. Ich hatte noch nie solche Angst. Dann trafen wir ein großes Schiff. Es aufnehmenhier: zu sich nehmennahm die Frauen und Kinder aufnehmenhier: zu sich nehmenauf und rief die italienische Marine, die uns in einem das Militärschiff, -eSchiff von der ArmeeMilitärschiff abholte. 

    Von Italien fuhr ich mit dem Zug nach Deutschland. Als ich zum ersten Mal die die schwạrz-rot-gọldene Fahne, -n≈ Stück Stoff mit den drei Farben von Deutschlandschwarz-rot-goldene Fahne sah, wusste ich: Ich bin endlich angekommen, hier kann meine Zukunft beginnen. 

    Den Deutschen wollte ich etwas kochen, das sie noch nie gegessen haben

    Zuerst besuchte ich einen Sprachkurs. Weil ich schon immer gerne in der Küche stand, machte ich eine Ausbildung zum Koch. Ich wollte mir meine eigenen Gerichte überlegen. Den Deutschen wollte ich etwas kochen, das sie noch nie gegessen haben. Ich arbeitete hạrthier: so, dass es anstrengend isthart, bis ich Küchenchef des Wuppertaler Restaurants Shiraz wurde. 

    Ich glaube, dass man erst glücklich mit seinem Leben ist, wenn man etwas Großes erreicht hat. Also stellte ich mir selbst die Aufgabe, einen Michelin-Stern zu bekommen – und ich ẹs schạffenErfolg haben; eine Aufgabe gut machen; sein Ziel erreichenschaffte es. Andere Köchinnen finden mich chaotisch. Ich koche nicht nach Rezept, sondern nachhier: auf Basis vonnach Gefühl und Erinnerung. Trotzdem bin ich perfektionistisch. Ich glaube, das und die Kombination mit der orientalischen Küche machen meine Gerichte anders als alle anderen. 

    Mein nächstes Ziel ist es, unter die 100 besten Köche der Welt zu kommen. Ich möchte die Ạnerkennungoffizielles Lob; Gefühl, dass andere gut finden, was man tutAnerkennung. Als der Flüchtling, -e≈ Person, die geflohen ist derFlüchtling bekommt man die selten. Wenn ich das geschafft habe, bin ich zufrieden mit mir. Dann höre ich vielleicht auf mit der stressigen Sterneküche, starte ein kleines Restaurant und koche nur noch der Eintopf, -ö-eeinfaches Essen, für das verschiedene Gemüse oder Gemüse und Fleisch zusammen in einem Topf gekocht werdenEintöpfe.

     

    In Deutsch perfekt 3/26 erzählen noch mehr bekannte Migranten und Migrantinnen von ihrem Start in Deutschland.

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