Diese zehn Wörter gibt es nur im Deutschen

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    Illustration Brückentag
    Von Guillaume Horst

    Das Internet liebt Deutsch – ganz besonders, weil es im Deutschen viele Wörter gibt, die man nur schwer in andere Sprachen übersetzen kann. Dieses Phänomen sehen wir uns im Juni-Heft von Deutsch perfekt genauer an. Die Liste mit zehn sehr deutschen Wörtern – und eine kleine Übung zu diesen Vokabeln – finden Sie auch hier.

    1. das Abendbrot

    Ein Abendessen gibt es in jedem Land. relativziemlichRelativ früh am Abend nicht viel mehr als belegthier: z. B. mit Käse oder Wurstbelegte Brote und nichts Warmes essen: Das ist typisch deutsch. Heute ist das Abendbrot ein festhier: immer gleichfester Teil der deutschen Kultur. Deshalb heißt eigentlich jedes Abendessen so, auch wenn niemand Brot isst.

    2. der Brückentag, -e

    Über einen Feiertag freut sich fast jeder Arbeitnehmer. Aber ist es nicht ärgerlich, wenn der freie Tag ein Donnerstag ist? Obwohl es schön wäre, ein langes Wochenende zu haben, muss man am Freitag arbeiten. Deshalb nehmen sehr viele sich diesen Tag – den Brückentag – frei. So genießen≈ Freude haben angenießen sie ein viertägiges Wochenende.

    3. das Fingerspitzengefühl

    Manche Situationen sind sehr kompliziert: Wenn man etwas falsch macht, kann vieles kaputtgehen. Dann muss man vorsichtig sein, Empathie zeigen, sensibelhier: so, dass man genau überlegt, wie man reagiertsensibel sein und die richtigen Worte finden – also Fingerspitzengefühl haben.

    4. das Fremdschämen

    In einem Film, den Sie schauen, macht ein Charakter etwas peinlichunangenehm vor anderenPeinliches. Sie fühlen sich deshalb selbst schlecht und würden am liebsten den Fernseher ausmachen. Sie sich schämen für …hier: sich schlecht fühlen, wenn man … siehtschämen sich also sich schämen für …hier: sich schlecht fühlen, wenn man … siehtfür etwas, was ein Fremder tut: Das ist Fremdschämen.

    5. die Geborgenheit

    In den meisten Sprachen ist die Übersetzung für dieses Wort Sicherheit. Das ist aber nicht genau genug. Denn Geborgenheit bedeutet auch ein Gefühl von Gemütlichkeit, Wärme und der Schutzvon: schützenSchutz. Ein Kind fühlt es, wenn es in den Armen seiner Eltern liegt.

    6. die Geschmacksverirrung

    Wenn jemand nicht mehr weiß, wo er ist und wie er nach Hause kommt, hat er sich verirrt. Wenn jemand zum Beispiel Kleidung trägt, die ihm nicht steht, nicht zusammenpasst oder nicht gut aussieht, dann nennt man das eine Geschmacksverirrung. Es ist eigentlich ein sehr höfliches Wort. Es sagt nämlich: Diese Person hat nicht generell einen schlechten Geschmack, sie hat nur heute eine falsche eine Wahl treffenwählenWahl getroffen.

    7. der innere Schweinehund

    Der innere Schweinehund begleitendabei sein; mitgehenbegleitet uns immer. Er ist es, der uns sagt, dass wir heute Abend keinen Sport mehr machen müssen, weil es draußen ein bisschen kalt ist. Dass wir besser den Aufzug als die Treppe nehmen, um zu der Wohnung im zweiten Stock zu kommen. Und dass wir ruhig noch eine Stunde länger schlafen können, weil die Prüfung am nächsten Tag sicher nicht so schwierig sein wird. Wir müssen also gegen den inneren Schweinehund kämpfen und ihn überwindenhier: ≈ intensiv arbeiten gegenüberwinden. Und danach fühlen wir uns normalerweise viel besser.

    8. der Kummerspeck

    Wer unglücklich verliebt sein≈ liebenverliebt ist, bekommt der LiebeskummerTraurigsein wegen unglücklicher LiebeLiebeskummer. Er ist dann so deprimierttraurig; melancholischdeprimiert, dass er vielleicht viele Süßigkeiten isst. Dann wird er wahrscheinlich bald dicker. Diese Extrakilos heißen Kummerspeck.

    9. die Schnapsidee, -n

    Jeder hatte schon mal eine Schnapsidee: Besonders, wenn man zu viel Alkohol getrunken hat, hat man manchmal verrückte Pläne. Aber auch die sehr schlechten Ideen von der/die Nüchterne, -nPerson, die keinen Alkohol getrunken hatNüchternen nennt man Schnapsideen. Sie sind nämlich so verrückt, dass sie eigentlich nur ein Betrunkener haben könnte.

    10. verabredet

    Eine Verabredung ist ein Termin; so weit ist alles klar. Aber verabredet sein, also einen Termin haben – diesen Ausdruck gibt es nur im Deutschen. Dabei ist klar: Wer in Deutschland verabredet ist, der muss auch pünktlich sein.

     

     

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    Im Juni-Heft von Deutsch perfekt können Sie noch mehr über Wörter lesen, die man nur schwer in andere Sprachen übersetzen kann. Diese gibt es in jeder Sprache, nicht nur im Deutschen.

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