Die Suche nach neuen Wörtern

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    Von Claudia May

    Wie produktiv Menschen sein können, erfährt auch die Duden-Redaktion in Berlin ziemlich oft. Sie bietet nämlich auch eine telefonische Sprachberatung an, bei der jeder anrufen kann. „Heißt es pivotieren oder pivotisieren?“, war da eine Frage aus dem Controlling einer Firma. „Wovon reden Sie?“, wollte die Duden-Redaktion wissen. Erst nach einigen Erklärungen war klar: In dem bekannten Tabellenkalkulationsprogramm Excel gibt es sogenannte Pivot-Tabellen. Mit dieser Technik arbeitet das Controlling gern. Deshalb haben die Zahlenspezialisten das passende Verb zu Pivot-Tabellen gesucht.

    „Welche Variante richtig ist, konnten wir abschließendhier: mit einem sicheren Ergebnisabschließend nicht beantworten“, erzählt die Leiterin der Duden-Redaktion, Andrea Kunkel-Razum. „Es gibt eine leichte Tendenz zu pivotieren. Aber interessant ist die Frage: sich durchsetzenhier: als normal/standardsprachlich akzeptiert werdenSetzt sich dieses Verb im der Sprachgebrauch≈ SprachbenutzungSprachgebrauch auch sich durchsetzenhier: als normal/standardsprachlich akzeptiert werdendurch?“ Das muss es, wenn es in den Duden kommen will. Ein Zeichen dafür ist, wenn die Duden-Sprachberatung diese Anfrage häufiger bekommt.

    Circa 5000

    neue Wörter gibt es in jeder neuen Version des Dudens

    Dann wird dies in einer die Datenbank, -enSystem zur elektronischen Administration von DatenDatenbank gespeichert. Die wichtigste Methode aber ist die Analyse elektronischer Texte mithilfe von Computerprogrammen. Textbasis ist der Dudenkorpus, eine gigantische Textsammlung: Sie enthaltenzum Inhalt habenenthält fünf Milliarden die Wortform, -en≈ Variante eines Wortes, z. B. Mannes als Wortform von MannWortformen und sich zusammensetzen aus≈ gemacht sein aussetzt sich zum Beispiel sich zusammensetzen aus≈ gemacht sein ausaus Zeitungsartikeln, Romanen, Reden und die Reparaturanleitung, -enText, der sagt wie z. B. ein Gerät repariert werden sollReparaturanleitungen sich zusammensetzen aus≈ gemacht sein auszusammen. Finden die Algorithmen unbekannte Wörter in einer speziellen die Häufigkeitvon: häufig = oftHäufigkeit und die Streuung, -enhier: Zustand, dass es ein Wort in verschiedenen Textsorten gibtStreuung, werden diese zu Kandidaten für die verschiedenen Wörterbücher. Die Redaktion sucht außerdem auch selbst in anderen die Quelle, -nhier: ≈ Text; MediumQuellen nach Wörtern, die noch wenig bekannt sind.

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