▶ Leonore, ist dir eigentlich warm genug?
◀ Mir ist eigentlich nie warm genug. Ich weiß nicht, was du so für ein Typ bist und ob du so ein Wintertyp bist, aber ich finde es im Winter immer viel zu kalt. Wie stehst du zum Winter?
▶ Ach, ja … Ich habe auch immer kalte Füße, immer kalte Hände, und ich muss sagen: Ich finde immer besonders den Januar und den Februar ganz schlimm. Der Dezember ist irgendwie schön, weil: Da ist es noch gemütlich, und man hat die Weihnachtsmärkte mit den Lichtern, und das ist ja irgendwie noch romantisch, dass es draußen so kalt ist und man dann danach einen warmen Tee trinken kann. Genau, aber dann irgendwie im Januar oder Februar, da habe ich auch echt genug vom Winter und hätte gerne, dass er vorbei ist.
◀ Das kann ich sehr gut verstehen. Das versteht übrigens auch unsere Kolumnistin sehr gut. Die hat nämlich genau in unserer neuen Ausgabe darüber geschrieben, dass sie eben auch mit dem Januar und Februar ein bisschen kämpft und hat auch geschrieben, wie sie damit umgeht. Zum Beispiel gibt es ja wirklich viele schöne Winteraktionen, die man machen kann – also Skifahren, Snowboard, Schlittschuh, Schneeballschlachten. Man kann natürlich auch im Schnee wandern gehen und ganze Schneewanderungen machen. Da gibt es natürlich auch einfach viele Aktionen, die richtig Spaß machen können, oder?
▶ Ja, das klingt jetzt irgendwie alles so toll, aber du, wo ist denn der Schnee, den man dafür braucht? Also, wenn ich rausschaue, dann gibt’s da meistens Nebel und vielleicht regnet’s mal, und wenn wir Schnee haben, dann wird der ganz schnell zu so ekligem Schneematsch.
◀ Das stimmt, gerade in der Stadt, du hast recht. Vielleicht romantisiere ich das ein bisschen.
▶ Ich lebe im Winter trotzdem nach der Devise: Man kann auch ohne Schnee rausgehen, und man sollte im Winter auch möglichst viel rausgehen. Das ist zumindest was, was mir persönlich hilft, durch die kalte und auch so dunkle Jahreszeit zu kommen – dass ich doch schaue, dass ich ganz viel Tageslicht bekomme.
◀ Es gibt ja auch diese deutsche Redewendung. Ich weiß nicht, wie du dazu stehst, aber: „Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung.“
▶ Ja, da bin ich sehr deutsch, ich mag diese Redensart sehr gerne. Ich bin zum Beispiel nämlich auch schon mit dem Regenschirm und der Thermoskanne Tee im Freiluftkino gesessen. Also, sage ich auch gerne manchmal, nerve auch gerne mal die Leute, aber ich finde schon, dass das im Winter hilft, wenn man sich einfach richtig anzieht und trotzdem rausgeht. Und genau: Zum Anziehen hilft ja im Winter wirklich immer der Zwiebel-Look. Wenn du jemand bist, dem viel kalt ist, dann trägst du bestimmt auch gerne deine Kleidung im Zwiebel-Look, oder?
◀ Das stimmt, ich habe auf jeden Fall auch heute wieder ganz viel Zwiebel-Look [an] mir: T-Shirts und darüber Pullis und ganz viele Socken. Also, ich habe zwei oder drei Paar Socken an heute, das heißt, ich nutze den Zwiebel-Look wirklich sehr.
▶ Also, ich habe im Winter oft auch wirklich unter der Jeans noch eine Strumpfhose – also diese Kombination aus Hose und Socken –, und dann kommen da nochmal warme Strümpfe drüber, also warme Socken auch nochmal extra.
◀ Das ist ein guter Tipp, ja. Das machst du wahrscheinlich auch, weil du ja doch recht häufig mit dem Fahrrad kommst, oder?
▶ Äh, ja! Das ist was, was zu meinem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“ passt. Ich fahre wirklich im Winter auch Fahrrad. Und da hat mich eigentlich ein Kollege inspiriert, bei dem ich gesehen habe: Okay, der fährt auch den ganzen Winter mit dem Fahrrad. Und ich fand das da sehr interessant, weil für mich war das, glaube ich, fast mehr so eine Barriere im Kopf, dass ich irgendwie dachte: Okay, im Winter Fahrrad fahren geht nicht. Da wird es ja dann bestimmt oft Eis geben oder was auch immer, oder es wird zu kalt sein. Aber ja, wir haben schon drüber gesprochen: Schnee ist ja irgendwie zumindest hier bei uns in München selten.
◀ Zu selten, ja.
▶ Und von daher habe ich jetzt in den letzten Wintern die Erfahrung gemacht, dass das eigentlich sehr gut funktioniert. Und ja, dann habe ich auch ganz viele Schichten Zwiebel-Look an. Ich habe dann wirklich auch manchmal zwei Paar Handschuhe übereinander. Aber ich habe schon gesagt: Meine Hände werden sehr schnell kalt. Aber ich habe das jetzt heute Morgen wieder gemerkt: Das ist so ein Tag, es ist echt grau draußen. Und es war auch um acht Uhr morgens irgendwie so ein bisschen grau, aber es ist halt dann doch an so einem grauen Morgen viel, viel heller und viel mehr Tageslicht, als es dann in so einem dunklen Büro ist. Genau, aber deprimierend ist es dann oft am Nachmittag und Abend, wenn ich nach Hause fahre und dann ist es schon so dunkel. Findest du das auch schwer im Winter?
◀ Ich finde das total schwer, besonders wenn man früh aufsteht und im Dunkeln ins Büro fährt und dann arbeitet und dann im Dunkeln wieder zurückfährt.
▶ Ganz schrecklich.
◀ Ja, total. Deswegen vielleicht auch für die Leute, die kein Fahrrad fahren: Hast du Tipps, was dich motiviert oder wie man noch gut nach draußen kommt?
▶ Ich fand da auch ganz interessant in der Pandemie zu merken, dass man irgendwie auch Sachen draußen machen kann – auch im Winter –, wo man auch erst mal diese Barriere im Kopf hat und sich denkt: Das geht doch nicht. Also, dass ich zum Beispiel dann auch schon im Februar im Freiluftcafé draußen war. Die Weihnachtsmärkte gibt es nicht mehr. Manchmal gibt es aber auch wirklich Freiluftcafés, die da aufhaben. Und am Wochenende finde ich es ganz wichtig, morgens nicht erst mal die ganze Wohnung aufzuräumen, sondern am besten wirklich gleich rauszugehen und da das Tageslicht mitzunehmen. Sich vielleicht mit Freunden zum Frühstücken zu verabreden – das ist ja auch was, was Deutsche ganz gerne tun, dass man sich gleich zum Frühstücken trifft. Und dann auch so eine Corona-Entdeckung für mich: Dass man dann zum Beispiel danach einfach zusammen spazieren gehen kann und dass man das auch irgendwie vormittags machen kann, wenn es draußen noch hell ist. Und dann kann man die Wohnung immer noch am Abend aufräumen.
◀ Respekt, dass du im Winter so aktiv bist, Susanne.
▶ Aber abends lieg ich dann auch nur auf dem Sofa.