Das „ch” am Wortanfang und seine regionalen Varianten

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    Illustration: Mund

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    Transkript: Das „ch” am Wortanfang und seine regionalen Varianten

    Hören Sie diesen Satz dreimal. Zuerst hören Sie die standardsprachliche Variante:

    Der chinesische Chorleiter trinkt Champagner.

    Nun hören Sie die süddeutsche Variante:

    Der „kinesische“ Chorleiter trinkt Champagner.

    Und nun die Variante aus Norddeutschland:

    Der „schinesische“ Chorleiter trinkt Champagner.

    Chinesisch, Chorleiter, Champagner – alle drei Wörter beginnen mit ch. Die Aussprache ist aber verschieden. Warum ist das so?

    Deutsche Wörter mit einem ch am Wortanfang sind oft Internationalismen. Die Aussprache orientiert sich an der Sprache, von der die Wörter kommen.

    der Chef – der Champagner – der Champignon

    Bei diesen Beispielen orientiert sich die Aussprache am Französischen.

    das Chaos – der Chor – die Chronik

    Der [k]-Laut am Wortanfang kommt aus dem Griechischen.

    Und bei diesen Anglizismen ist die Aussprache englisch:

    der Check-In – der Champion – die Charts

    Vor allem bei englischen und französischen Wörtern hört man nur selten regionale Varianten.

    Anders ist es bei diesen Internationalismen. Hier beginnt das Wort in der Standardsprache mit dem Reibelaut „ch“. Wiederholen Sie nach dem Signal:

    die Chemie – das Chinin – das Chitin – der Chirug – China

    Abhängig davon, wo Sie sind, hören Sie hier wahrscheinlich andere Varianten.

    Im Süden Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz spricht man das ch am Wortanfang wie das [k] im griechischen Chaos aus. Wiederholen Sie: die „Kemie“ – das „Kitin“

    In der Schweiz sind diese Formen sogar Standardsprache. In Süddeutschland und Österreich hört man das k vor allem in der Alltagssprache.

    Und wie sprechen die Menschen im Norden Deutschlands? Hier hört man öfter ein „sch“ wie im französischen Champagner. Wiederholen Sie: der „Schirurg“ – das „Schinin“ – „Schina“

    Üben Sie nun. Sie hören Sätze in der Standardsprache. Wiederholen Sie. Wenn möglich, benutzen Sie statt dem Reibelaut [ch] das norddeutsche „sch“ am Wortanfang. Nach dem Signal hören Sie die Lösung.

    Chinin ist eine chemische Verbindung.

    Der Chefarzt hat chronisch schlechte Laune.

    Seine Experimente mit Champagner machten ihn zum Champion im Chemielabor.

    Prima! Und jetzt die Aussprache, wie man sie in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz kennt:

    Ein Chor ist jetzt ganz oben in den chinesischen Charts.

    Der Chirurg ist sehr chaotisch.

    Viele Insekten stellen in einem chemischen Prozess Chitin her.

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