Schweizer Uhren MITTEL
Schweizer Uhren sind legendär. Aber sind sie heute wirklich noch mehr als ein Klischee? Andrea Zimmermann ist der Frage im Tal der Uhrmacher zwischen Basel und Genf nachgegangen.
Claudia Marinelli setzt ihre Uhrmacherlupe auf. Das Stück, an dem sie arbeitet, ist nur einen halben Zentimeter lang. Aus dem kleinen Goldteil wird später eine Dekoration auf einem Zifferblatt. Bis es so weit ist, muss Marinelli aber noch viele Stunden von Hand polieren: „Für meine Arbeit braucht es viel Geduld, ein gutes Auge und sehr viel Konzentration.“ Vor ihr liegen Poliermittel in verschiedenen Stärken, eine Zange und ein Stück Holundermark, das den Uhren den letzten Polierschliff gibt. Von technischen Hilfsmitteln ist in der ganzen Werkstatt nichts zu sehen. Marinelli und ihre Kollegen müssen sich bei der Arbeit auf ihr Können verlassen. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich die fertigen Uhren sehe und weiß, dass ich mit meinen bloßen Händen daran gearbeitet habe“, sagt sie.
Aber ganz ohne Maschinen geht es bei Marinellis Arbeitgeber, dem Luxusuhrenhersteller Girard-Perregaux in La-Chaux-de-Fonds in der Nähe der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich, nicht. Ein paar Teile werden maschinell hergestellt. Willy Schweizer, Direktor des Museums der mehr als 200 Jahre alten Firma, ist auch darauf stolz: „Bei uns kommen auch die Maschinen aus der Schweiz.“
Hören Sie einen Text über die 400 Jahre alte Tradition der Schweizer Uhren unter Lesen & Hören .
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