Schimpfen auf Deutsch SCHWER
Auch die Deutschen, Österreicher und Schweizer können sehr emotional werden. Schimpfen auf Deutsch: Wie, wann – und wann besser nicht? Katja Hanke hat Tipps für delikate Situationen.
„Ich hatte schon früher die Vermutung, dass das Wort ‚Scheiße’ in Deutschland stärker bewertet wird als unser ‚Shit’“, sagt Janneke Zijlstra. Dass es so ist, wurde der Holländerin erst klar, als sie schon ein Jahr in Berlin lebte, sehr gut Deutsch sprach und als Stadtführerin arbeitete. Auf einer Radtour mit einer Gruppe von 50-jährigen Frauen kam plötzlich ein Auto und fuhr die 29-Jährige fast um. „Scheiße!“, rief sie laut. Die Frauen schauten sie schockiert an. „Das war mir so peinlich, dass ich mich sogar entschuldigt habe“, sagt die Holländerin jetzt. „Seitdem weiß ich, dass ich damit vorsichtig sein muss. Bei der Arbeit habe ich es nie wieder gesagt.“
Schimpfen gehört zum täglichen Leben. Wer sich ärgert oder frustriert ist, schimpft oder flucht. Psychologen haben herausgefunden, dass das guttut. Es hilft gegen Stress und manchmal sogar gegen Schmerzen. Wann aber ist Schimpfen okay – und wann überhaupt nicht?
Für Sprachlerner ist das schwierig. „Sie sollten Schimpfwörter erst benutzen, wenn sie ganz sicher sind, wie die Einheimischen sie gebrauchen“, sagt der Fluchforscher Roland Ris. „Es sind eben keine Vokabeln wie ‚Tisch’ oder ‚Stuhl’. Ein ‚Scheiße!’ am falschen Ort kann soziale Nachteile bringen.“
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