Ostsee: Detektivarbeit unter Wasser SCHWER
Nach jahrelangen Protesten wird die Ostsee-Pipeline nun gebaut. Ein Nebeneffekt der Gasleitung überrascht die Öffentlichkeit: Bei der Vorbereitung der Arbeiten fanden Experten sehr viele historische Schiffe. Sie erzählen spannende Dinge aus schon lange vergangenen Zeiten. Claudia May berichtet von neuen Entdeckungen.
Eigentlich war der Meeresboden an dieser Stelle längst abgesucht. Schon Ende 2008 hatte die Firma Nord Stream, zuständig für den Bau der Ostsee-Pipeline, die Suche abgeschlossen. Experten hatten mit einem Sonargerät Impulse auf den Meeresboden vor Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) gesendet, um Objekte zu orten. Taucher können in der Ostsee unter Wasser nämlich zu schlecht sehen. Das Sonargerät hatte an dieser Stelle aber nichts gefunden. Auch andere Untersuchungsmethoden hatten nichts ergeben. Doch 2010 wurde noch einmal gesucht. Dieses Mal mit einem Magnetometer, das eisenhaltige Objekte erkennt.
„Das Magnetometer hat angezeigt, dass unter den Sedimenten etwas aus Metall sein muss“, erzählt Steffen Ebert von Nord Stream. „Wir haben deshalb Taucher an den Ort geschickt, damit sie nachsehen.“ Ein Gegenstand aus Metall kann ja alles Mögliche sein. In der Ostsee liegt viel Schrott – zum Beispiel alte Fahrräder. Aber auch Munition aus den Weltkriegen und von militärischen Manövern liegen in großen Mengen unter Wasser. Dann kann es gefährlich werden. Doch diesmal ist es für die Taucher nicht gefährlich, sondern interessant.
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