Keramik aus Meißen MITTEL
Die englische Königin trinkt ihren Tee aus Meißener Porzellan, Fidel Castros Freunde trinken ihren Kaffee daraus. Die Luxusprodukte aus der sächsischen Kleinstadt sind auf der ganzen Welt populär. In diesem Jahr wird die berühmteste Porzellanmanufaktur Europas 300 Jahre alt. Deutsch perfekt hat die Porzellanmacher besucht.
Was für ein Kerl, dieser Johann Friedrich Böttger! Der 19-jährige Apothekergehilfe läuft durch Berlin und erzählt: Er kann Gold aus einfachem Metall machen. Es ist das Jahr 1701 und Böttgers Namen kennt bald jeder. Preußens König will ihn sofort bei sich haben. Aber da bekommt Böttger Angst. Denn er versucht zwar Gold zu machen, aber er kann es nicht. Er weiß: Lügner wie er haben oft nur ein kurzes Leben.
Böttger flieht. Aber die fantastische Nachricht vom Jungen, der Gold machen kann, ist schneller als er. Groß ist die Freude bei Sachsens Monarch August dem Starken, als er hört, dass Böttger in seinem Land Hilfe sucht. Die soll er bekommen – und dazu die Aufgabe, Gold zu machen. Denn August braucht viel Geld, um sein luxuriöses Leben und einen Krieg gegen die Schweden zu finanzieren.
Der Monarch nimmt Böttger in Haft. Der junge Mann bekommt alles, was er für seine Arbeit braucht, die besten Materialien, ein Labor, eine Bibliothek. Dazu kommen die klügsten Köpfe des Landes. Dem berühmten Wissenschaftler Ehrenfried Walther von Tschirnhaus gefällt, wie systematisch Böttger arbeitet.
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