Friedensreich Hundertwasser MITTEL
Er wollte Häuser bauen, in denen die Menschen glücklich sind. Aber sein kommerzieller Erfolg und seine radikalen Ideen schadeten seiner Kunst. Sophie Burkhardt über den österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser, der am 17. Dezember 80 Jahre alt geworden wäre.
Stück für Stück zog sich der Maler aus: erst die Schuhe, dann den Anzug und die Unterwäsche. Ganz nackt stand er schließlich vor dem schicken Publikum, das an diesem Winterabend im Jahr 1967 die Münchner Galerie Hartmann besuchte. „Es ist mir ganz gleich, ob ich lächerlich ausschaue oder nicht“, sagte er und begann seine Rede gegen die moderne Architektur.
Die Architekten nannte er kriminell. Seine Zuhörer forderte er auf, ihre Wohnung zu bemalen oder Mosaike zu legen. Friedensreich Hundertwasser hatte mit dieser Protestrede das Manifest für seine eigene Architektur vorgestellt. Und das, obwohl er noch kein einziges Haus gebaut hatte. Hundertwasser malte: Wellen, Kreise, Landschaften in leuchtenden Farben. Sein liebstes Motiv war die Spirale. Schon als Kind hatte er begonnen zu malen. In einem Schulzeugnis lobten die Lehrer sein besonders gutes Gefühl für Farben und Formen.
Seine Kindheit aber war alles andere als farbenfroh und leicht.
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