Namen und Nachrichten

Ausländer öfter selbstständig

In Berlin werden mehr Firmen gegründet als in allen anderen Bundesländern. Die Gründer sind meistens Polen oder Türken. Zu diesem Ergebnis kommt die Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg nach einer Analyse von Zahlen des Statistischen Bundes- und Landesamtes.

Die große Zahl von ausländischen Firmengründern ist besonders auffällig. In der Hauptstadt gründeten im letzten Jahr dreimal mehr Ausländer eine Firma als Deutsche. Jeder zehnte in Berlin lebende Pole gründete 2007 eine Firma. Von 10000 türkischen Erwerbstätigen in Berlin machten sich im letzten Jahr 153 selbstständig, bei den Deutschen waren es nur 107.

Dass sich viele Ausländer selbstständig machen, liegt oft an fehlenden Alternativen, so die Studie. Das Gesetz erlaubt sehr oft nicht, dass die Menschen eine Anstellung bekommen. Für Firmengründungen gibt es keine gesetzlichen Einschränkungen.

2. Juli 2008

Weniger Teilnehmer bei Integrationskursen

Integrationskurse finden immer weniger Teilnehmer. Während 2005 noch 130728 Migranten an einem Kurs teilnahmen, waren es 2006 nur noch 117954, so die Bundesregierung. In der ersten Hälfte des Jahres 2007 sank die Zahl der Kursteilnehmer um weitere fünf Prozent. Und auch für 2008 wird mit einem weiteren Rückgang um circa fünf Prozent gerechnet.

Um die Zahl der Kursteilnehmer wieder zu erhöhen, will die Regierung mit Migrantenorganisationen zusammenarbeiten. Außerdem sollen Plakate für das Kursangebot Werbung machen.

Fast ein Viertel der Teilnehmer, die 2007 einen Integrationskurs begonnen haben, stammen aus der Türkei. Mit 24,3 Prozent sind sie die größte Gruppe unter den Teilnehmern. Sechs Prozent kommen aus der Russischen Föderation. 3,8 Prozent stammen aus Polen.

Integrationskurse wurden Anfang 2005 mit dem Ziel eingeführt, Migranten die Integration in die deutsche Gesellschaft zu erleichtern. Im Mittelpunkt des Kurses steht der Sprachunterricht. Außerdem werden Themen wie die deutsche Geschichte und Politik behandelt.

2. Juli 2008

Josef Winkler bekommt wichtigsten Literaturpreis

Den Georg-Büchner-Preis, den wichtigsten deutschen Literaturpreis, bekommt in diesem Jahr der österreichische Schriftsteller Josef Winkler. Das erklärte die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Josef Winkler wurde am 3. März 1953 in dem kleinen Dorf Kamering in Kärnten geboren. Er wuchs als Jüngster von sechs Geschwistern in einer konservativen, katholischen Bauernfamilie auf. Sein erster Roman Menschenkind erschien 1979. 1982 erschien Muttersprache, 2001 Natura morta. Winkler schreibt in seinen Büchern über Themen wie Tod, Homosexualität und Katholizismus. Die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung lobte Winklers Arbeit als „einzigartig“ und erklärte: „Josef Winkler hat auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert.“

Der 55-Jährige arbeitet als freier Schriftsteller. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Klagenfurt (Kärnten). Der Georg-Büchner-Preis ist mit 40 000 Euro dotiert. Zu den Preisträgern gehören Elfriede Jelinek, Heinrich Böll und Günter Grass.

Quelle: spiegel.de

Bundesregierung ist für neues Sicherheitsgesetz

Nach langem Streit hat sich die deutsche Regierung darauf geeinigt, dass das Bundeskriminalamt im Kampf gegen Terroristen nun mehr Kompetenzen bekommen soll. In Zukunft soll die Kontrolle von Wohnungen durch Videos, das Abhören von Telefonen und die Online-Kontrolle von Computern möglich sein.

Für Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist das geplante Gesetz wichtig für die Sicherheitspolitik in Deutschland. Volker Beck von den Grünen hat dazu eine andere Meinung: Er sprach von einem schlechtenTag für die Bürgerrechte. Damit das Gesetz gültig wird, braucht die Regierung im Parlament das „Ja“ der CDU, aber auch der SPD. Die Grünen hoffen, dass die SPD das Gesetz noch stoppt.

Quelle: sueddeutsche.de
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