Gleiche Chancen für alle Schüler? MITTEL
Viele Kinder in Deutschland kommen nach der Grundschule auf die falsche Schulform. Das berichten das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Untersuchung. Fast ein Drittel der Schüler sind auf einer Schule, die nicht zu ihren Fähigkeiten passt. So besuchen 17 Prozent eine Schule, auf der sie nicht genug gefördert werden. Das heißt, sie kommen zum Beispiel auf die Realschule, obwohl sie eigentlich gut genug für das Gymnasium sind. Und 13 Prozent der Schüler besuchen eine Schule, die zu schwer für sie ist. So gehen sie zum Beispiel auf das Gymnasium, obwohl sie dort mit den andere Schülern nicht mithalten können.
Sozialer Status entscheidet mit
Hauptschule, Realschule oder Gymnasium: Wer auf welche Schule kommt, entscheiden die Lehrer zusammen mit den Eltern. Das Wichtigste dabei sind eigentlich die Schulnoten. Tatsächlich spielt aber auch der soziale Status der Eltern eine Rolle. Denn die Gefahr, nicht genug gefördert zu werden, ist nicht für alle gleich: Mehr als zweimal so groß ist sie für Kinder, deren Eltern nicht studiert haben.
Insgesamt gehen in Deutschland 75 Prozent der Kinder von Eltern, die studiert haben, aufs Gymnasium. Bei Eltern, die nicht studiert haben, sind es nur 29 Prozent. Mit unterschiedlichem Lernpotenzial allein kann man diesen Unterschied nicht erklären. Wer von den Eltern mehr gefördert wird und mehr Hilfe bekommen kann, hat deutlich bessere Chancen. Darum wird jetzt wieder diskutiert, wie die Chancen für die Kinder gerechter werden könnten. Experten halten es für eine mögliche Lösung, die Kinder wieder länger zusammen auf einer Schule zu lassen. So könnten die Schüler sich gegegnseitig helfen und von den Fähigkeiten der anderen profitieren.
















