Currywurst SCHWER
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Über ihre Erfindung gibt es verschiedene Geschichten. Aber eines ist sicher: Sie ist eines der beliebtesten Gerichte der Deutschen – die Currywurst.
Die schönste Geschichte von der Entstehung der Currywurst hat der Schriftsteller Uwe Timm geschrieben. In seiner Novelle Die Entdeckung der Currywurst lässt er seine Protagonistin Lena Brücker durch Zufall auf die Idee für eines der beliebtesten Gerichte der Deutschen kommen: Sie stolpert auf der Treppe. In der einen Hand hält sie eine Dose Currypulver, in der anderen Hand eine Flasche Ketchup. Beides geht kaputt, Curry und Ketchup mischen sich zu einer scharfen Soße. Sie probiert davon und hat eine Idee. In ihrer Wohnung brät sie eine Wurst, gibt Currypulver und Ketchup darüber – und ist glücklich: Es schmeckt gut. An ihrer Imbissbude in Hamburg verkauft sie ab sofort Currywurst in großen Mengen. So verdient sie genug Geld, um in den harten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zu überleben.
Uwe Timms Geschichte ist vor allem deshalb so schön, weil sie auch eine Liebesgeschichte ist. Denn bevor Lena Brücker in den letzten Tagen des Krieges den Soldaten Hermann Bremer trifft, sich in ihn verliebt und ihn in ihrer Wohnung versteckt, weiß sie gar nicht, dass es so etwas wie Currypulver überhaupt gibt. Der Deserteur erzählt ihr von dem exotischen, scharfen Pulver. Es kann die Sorgen vertreiben, sagt er.
Die Geschichte von der Entdeckung der Currywurst ist schön, aber nicht wahr. Lena Brücker ist eine Erfindung von Uwe Timm. Der Schriftsteller erinnert sich aber, dass er schon 1947 an einem Imbissstand in Hamburg eine Currywurst gegessen hat – zu einem Zeitpunkt, als es die Currywurst offiziell noch gar nicht gab. Denn tatsächlich gilt die Berlinerin Herta Heuwer als die wahre Erfinderin der Currywurst.
Im September 1949 hat sie an ihrem Imbissstand in Berlin-Charlottenburg zum ersten Mal eine gebratene Brühwurst mit einer Soße aus Tomatenmark, Currypulver, Worcestershiresauce und anderen Zutaten angeboten. Die Wurst wurde zum Erfolg. Schon wenige Jahre später aßen die Berliner im Jahr mehrere Millionen Currywürste.
Ganz egal, wo sie nun zum ersten Mal gebraten wurde: Heute ist die Currywurst in ganz Deutschland beliebt. Regionale Unterschiede gibt es allerdings in der Zubereitung. In Berlin wird die Currywurst aus einer Fleischwurst mit oder ohne Darm gemacht. Die Wurst wird im Ganzen gebraten, in Stücke geschnitten, mit Soße übergossen und mit Currypulver bestreut. Im Ruhrgebiet (Nordrhein-Westfalen) wird die Currywurst aus Bratwürsten gemacht.
Auf der nächsten Seite steht das Rezept für Currywurst.













