Themen des Monats

Geld von nebenan

© Chiemgauer

Von Katharina Kramer

Es ist ein ganz normaler Morgen in Güsen. Rechtsanwalt Frank Jansky geht in dem Dorf in Sachsen-Anhalt zum Bäcker. Die Verkäuferin gibt ihm fünf Brötchen. Der Anwalt öffnet sein Portemonnaie – und nimmt einen seltsamen Geldschein heraus, der ganz anders aussieht als ein Euro-Schein.

Auf der Vorderseite sieht man eine Landkarte von Sachsen-Anhalt, auf der Rückseite den Magdeburger Dom. „Urstromtaler“ steht auf dem Geld, das die Bäckerin ganz selbstverständlich akzeptiert.

Nicht nur beim Bäcker in Güsen kann Jansky mit dem Urstromtaler einkaufen. Auch der Biogärtner in Quedlinburg akzeptiert ihn, genauso wie ein Hotel in Magdeburg und 400 andere Firmen in Sachsen-Anhalt. Seit Oktober 2004 kursiert der Urstromtaler. Das Geld gibt es nur in Sachsen-Anhalt, und trotzdem ist es keine sachsen-anhaltinische Besonderheit: In ganz Deutschland gibt es einen Trend zum Regiogeld.

28 Regio-Währungen zirkulieren zurzeit in Deutschland, in 14 der 16 Bundesländer. Im Hamburger Stadtteil Altona gibt es den Alto, in Kassel die Bürgerblüte, im schwäbischen Nagoldtal den Nahgold. Am populärsten ist der Chiemgauer, mit dem im bayrischen Chiemgau im letzten Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von 2,3 Millionen Euro bezahlt wurden.

Lesen Sie weiter in Heft 5/2008 von Deutsch perfekt!
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